Weltreise 2007
In 22 Tagen um die Welt
Vorbereitungen
Bereits als ich 2005 von meiner letzten Weltumrundung zurückgekommen bin stand fest dass die nächste nicht zulange auf sich warten lassen würde. 2007 war es dann wieder soweit. Da ich wieder das preislich unschlagbare Angebot von Air Newzealand nutzen wollte war ich in der Auswahl der Reiseziele etwas eingeschränkt, aber nachdem der Hauptgrund der Reise Japan und die Südsee sein sollten war dies nicht weiter ein Problem. Nach einem Besuch bei Traveloverland in Stuttgart hatte ich kurze Zeit später mein Ticket in der Hand. Die Reiseroute sah folgendermassen aus: STR-FRA-KIX-CHC-AKL-APW-LAX-LHR-FRA.
Noch schnell ein paar Reiseführer gekauft und die Unterkünfte gebucht und es konnte losgehen.

02.11.2007 Karlsruhe - Stuttgart
Heute war mein letzter Arbeitstag vor dem Urlaub und ziemlich zeitig machte ich mich auf den Heimweg, packte meinen kleinen Koffer und machte mich mit dem Auto auf den Weg zum Flughafen Stuttgart. Mein Flug sollte zwar erst am nächsten Morgen gehen, doch wegen des winterlichen Wetters wollte ich nicht riskieren meinen Flug zu verpassen. Schnell das Auto bei meinem Bruder vorbeigebracht, mit der S-Bahn zum Flughafen und mich dann vom Shuttlebus des Hotels abholen lassen. Die Nacht verbrachte ich im NH Hotel Stuttgart Airport
, das ich gerne nutze um pünktlich und doch ausgeschlafen bei einem frühen Abflug am Flughafen zu sein.
Nach einem kleinen Spaziergang durch den Ort und einem kleinen Abendessen in einer lokalen Gaststätte reservierte ich noch den Transfer zum Flughafen am nächsten Morgen.
03.11.2007 Stuttgart - Frankfurt - Osaka (大阪市)
Da mein Flug bereits um kurz vor neun Uhr abheben sollte machte ich mich um 7 Uhr ohne Frühstück auf den Weg zum Flughafen. Der Shuttlebus benötigt dafür etwa 10 Minuten, denn das Hotel liegt auf der anderen Seite des Flughafens. Der Kleinbus fährt aber jede halbe Stunde zwischen Hotel und Flughafen und wenn man kurz anruft oder Bescheid gibt so oft und wann immer man will.
Nach dem Einchecken ging es noch für für die verbleibende Zeit in die Lufthansa Lounge um das entgangene Frühstück nachzuholen und bei ein paar Tassen Cappuchino den morgentlichen Blick aufs Vorfeld zu genießen.
Mit dem Bus ging es dann auf das Vorfeld, wo unsere Maschine bereits wartete. Der Flug war nicht sehr gebucht und somit hatte jeder ausreichend Platz. Der kurze Flug ging auf direktem Weg und ohne viele Umwege nach Frankfurt.
LH1355 STR-FRA Lufthansa Cityline Avro RJ70
Nach der Landung ging es mit dem Bus zum Terminal wo ich mich bereits auf direktem Weg durch die Passkontrolle in Richtung Lounge begab. Dort gab es zu meiner Überraschung einen Kühlschrank voller Bionade. So verging die Zeit bei der ein oder anderen Flasche während ich zwischendurch immer wieder neugierigen Amerikanern erklärte dass dies kein rotes Bier, sondern Holunderlimonade aus ähnlichen Zutaten wie Bier sei, und dabei noch total "organic". Ich hoffe ich habe den ein oder anderen bekehren können. Nach einer endlosen Warterei ging es dann endlich los mit dem Einsteigen. Da der Flug überwiegend von Japanern (O-Ton: "I love Lufthansa") gebucht war ging das Einsteigen sehr schnell und effizient und wir konnten gen Osten starten.
LH740 FRA-KIX Lufthansa A340-300
Nach dem Abflug gab es noch ein Mittagessen bevor ich mir den Film anschaute. Da dies der erste Langstreckenflug seit längerem war hatte ich noch keine Probleme mit der auf eins begrenzten Filmauswahl. Im Verlauf der Reise machte ich aber mehr und mehr von der großen Auswahl bei Air Newzealand gebrauch und war froh am Ende der Reise nicht den gleichen Film zum fünften Mal anschauen zu müssen.
04.11.2007 Osaka (大阪市) - Kyoto (京都市)
Mitten in der Nacht gab es dann noch ein Frühstück, denn die Landung fand bereits sehr früh am Morgen in Osaka statt. Der Kansai Airport
ist auf einer küntlichen Insel in die Bucht vor Osaka gebaut. Die Landung war eine der faszinierendesten die ich je erlebt habe. Das Flugzeug sinkt immer weiter und man kann auf der Anzeige im Flugzeug sehen wie man dem Erdboden immer näher kommt. Durch das Fenster sieht man aber nur Wasser soweit das Auge reicht. Bei normalen Flughäfen am Meer kommt dann irgendwann Land in Sicht und kurz darauflandet man. Hier jedoch nicht. Auch als wir nur noch wenige Meter über dem Wasser waren und die Boote unter einem zum Greifen nahe waren, konnte man nur Wasser sehen und es überkam einen ein etwas mulmiges Gefühl. Kurz darauf ein kräftiges Aufsetzen auf der Landebahn und erst jetzt konnte man sehen dass sich neben der Landebahn nur ein schmaler Streifen Grün zum Wasser hin befindet.
Nach der Landung ging es zur Einreise, welche zügig verlief und mit einem schickem Barcodeaufkleber im Reisepass wartete ich auf meinen Koffer und es konnte heißen: YOKOSO NIHON!!
Am Bahnhof kaufte ich mir ein Ticket für den Zug nach Kyoto bei JR. Am Bahnsteig war ich dann in Japan angekommen. Der Zug fuhr ein und einige eilige Europäer wollten direkt einsteigen, wurden aber vom Zugpersonal abgehalten denn der Zug musste erst gereinigt werden. Das Personal stand bereit, die Türen wurden mit kleinen Ketten abgesperrt und nach wenigen Minuten war der Zug bereit für die nächste Fahrt. Vorher aber positionierte sich jedes Mitglied der Reinigungstruppe in einer der Zugtüren und absolut syncron wurde sich tief verbeugt und die kleinen Ketten vor den Türen entfernt. Bei der Abfahrt des Zuges stand dann das ganze Reinigungsteam noch am Ende des Bahnsteiges und winkte mit seinen weissen Handschuhe syncron zum Abschied.
Nach 75 min erreichte der Zug den riesigen Bahnhofskomplex von Kyoto. Das das Hostel nur wenige Minuten zu Fuß von dort entfernt war, ging ich den Weg zu Fuß. Im K's House Kyoto
angekommen wurde ich freundlich empfangen und mein Bett war sogar schon frei. Der Preis von unschlagbaren 15€ für ein Bett im Viererzimmer mitten im Herzen einer japanischen Großstadt war schon beeindruckend, aber das Hostel war das Beste in dem ich jemals übernachtet habe und kann es nur wärmstens weiterempfehlen.
Zu Fuß ging es auf die nähere Umgebung kennenzulernen. Bereits wenige Meter hinter dem Bahnhof lichtet sich das endlos scheinende Häusermeer und die erste Tempelanlage in Mitten eines grünen Gartens tauchte auf. Der Higashi Hongan-ji (東本願寺)
ist ein Tempel mit wechselreicher Geschichte und genau die richtige Einstimmung auf die nächsten Tag. Weiter ging es dann zum Nijo Schloss (二条城)
, welches die Residenz eines Shoguns war. Die Anlage ist sehr weitläufig und sehr beeindruckend sind die "Singenden Dielen". Die Holzdielen der Böden sind speziell gelagert, so dass sie bei jedem Schritt quietschen. Dieses quietschen klingt als würden Vögel zwitschern und sollte vor Eindringlingen warnen. Scheinbar war der Shogun damals nicht sehr beliebt und hatte viele Feinde.
Der Abend klang mit den übrigen Bewohnern des Hostels und ein paar "Asahi Super Dry" Bieren gemütlich aus.
05.11.2007 Kyoto (京都市) - Nara (奈良市) - Kyoto (京都市)
Heute ging es in die alte Kaiserstadt Nara, dem ersten festen Regierungssitz Japans. Die Anreise mit der Japan Rail war schnell und günstig. Am Bahnhof befindet sich eine kleine Touristeninformation, bei der es auf Nachfrage eine Umgebungskarte in ausgezeichneter Qualität in Japanisch, Englisch und Deutsch gibt. Zur Vorbereitung kann man sich auch die englische Version hier
bei der Touristeninformation von Nara
herunterladen. Mit der Karte bewaffnet ging es dann in Richtung Sehenswürdigkeiten. Alle wichtigen Tempel und Schreine liegen in einem großen Landschaftspark in dem überall wilde Rehe herumlaufen. Überall kann man auch kleine Kekspakete kaufen um die Rehe zu füttern. Die Rehe haben aber im Lauf der Zeit auch dazugelernt und sobald jemand ein Paket Kekse kauft wird er sofort von etlichen Rehen bedrängt die Kekse zu verfüttern. Sehr amüsant den armen japanischen Kindern beim zwecklosen Widerstand zuzuschauen.
Nach einem längeren Spaziergang an allerhand Gebäuden vorbei stand der erste Schrein des Tages vor mir, der Kasuga-Taisha (春日大社)
. Der Weg zur Haupthalle ist von tausenden Steinlaternen gesäumt, am oberen Ende des Hügels erreicht man einen leuchtend roten Schrein. Auffallend ist der große leere Fläche direkt neben dem Schrein, den der Tempel wurde zur Reinigung in regelmässigen Abständen komplett neu errichtet und dann der alte abgerissen.
Einen großen Teil des Geländes nimmt der Todai-ji (東大寺)
ein, ein großer Tempelkomplex, der aus vielen Tempeln, Schreinen und sonstigen Gebäuden besteht. Neben dem Großen Budda in Halle Daibutsu-den (大仏殿) ist noch die Halle Nigatsu-do (二月堂) sehr sehenswert. In ersterer steht ein 450t schwerer Bronzebudda, während zweitere auf einem Holzpodest gebaut ist und einen guten Überblick über die Stadt gewährt.
Am Abend ging es wieder zurück mit dem Zug der Japan Rail und am Abend wurden in der Runde wieder allerhand japanische Biere durchprobiert wobei das eher einfache "Asahi Super Dry" der Favorit blieb.
06.11.2007 Kyoto (京都市)
Für diesen Tag hatte ich mir viel vorgenommen. Mit Sarah aus dem Hostel wollte ich heute einmal quer durch Osaka laufen. Wir hatten vor zuerst den Südosten und dann den Nordosten mitsamt dem Philosophenweg zu erkunden. Hilfreich bei der Planung war uns ein kleines Faltblatt mit der treffenden Bezeichnung "Kyoto Walks (PG-503)", welches die Touristeninformation verteilt, aber auch problemlos hier
vom JNTO
heruntergeladen werden kann. Wir gingen erst die Route auf Seite zwei ab, bevor wir mit der Route auf Seite eins weitermachten.
Vom Hostel ist man nach wenigen Minuten durch trostlose Betonarchitektur bereits beim ersten Tempel des Tages angelangt. Der Sanjusangen-do (三十三間堂)
besteht aus einer 60 Meter langen Halle, in der 1001 Statuen der Gnadengottheit Kannon stehen. Leider darf man innen nicht fotografieren, aber die roten Gebäude, die um die Haupthalle herumgruppiert sind, sind ohnehin viel interesannter.
Weiter ging es in Richtung Norden zum Kiyomizu-dera (清水寺)
, dessen Haupthalle auf einer massiven Holzkonstruktion über einen Hang oberhalb der Stadt errichtet wurde. Von dort oben hat man auch einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Es befinden sich auf de Tempelgelände auch mehrere Schreine, die vor allem einem Gott der Liebe gewidmet sind. Daher lassen sich hier allerhand Talismane zur Unterstützung kaufen. Außerdem befinden sich auch noch zwei Liebessteine hier. Wer mit geschlossenen Augen die 18 Meter von einem Stein zum anderen gehen kann, ohne vom Weg abzukommen, der kann auf baldige Liebe hoffen.
Über den Kodai-ji (高台寺)
und den Chion-in (知恩院)
mit seiner 74 Tonnen schweren Glocke ging es weiter zum Heian-jingu (平安神宮)
, dessen großer viergeteilter Garten viele Parallelen zu China aufwies. Hier haben wir auch eine kleine Pause gemacht und uns für den weiteren Weg gestärkt. Über den Philosophenweg, einen etwa zwei Kilometer langen Spazierweg an einem kleinen Kanal entlang war der letzte Höhepunkt des Tages der Silberne Pavillion Ginkaku-ji (銀閣寺)
. Da wir nach dem langen Tag voller Erwartung eines prachtvollen silbernen Gebäudes waren, wurden wir bitter enttäuscht, denn der Tempel wurde nie fertig gestellt. Daher wurde er auch nie wie geplant versilbert. Unsere Enttäuschung milderten wir mit einem kleinen Ausflug in die kulinarische Vielfalt Japans. Wir gönnten uns Eis mit Grünteegeschmack und so eine Art Krapfen mit einer Grünteepuddingfüllung. Ein lokaler Bus brachte uns am Ende für 220 Yen zurück zum Hostel.
07.11.2007 Kyoto (京都市) - Osaka (大阪市)
Nach dem Aufstehen wurde schnell gepackt, der Koffer im Gepäckraum untergestellt und dann ging es mit dem Zug von der Station Shichijo nach Inari, wo sich ein Schrein befindet, dessen tausende rot lackierter Torii durch den Film "Die Geisha" bei uns bekannt wurde. Der Fushimi Inari-Taisha (伏見稲荷大社)
ist dem Fuchs gewidmet um eine gute Ernte zu gewährleisten und befindet sich hoch über der Stadt. Zu den verschiedenen Tempeln führt ein mehrere Kilometer langer Rundweg, der aus einem Tunnel von über 10000 Torii besteht. Der Rundweg bietet immer wieder tolle Ausblicke über Kyoto und das ein oder andere Restaurant sorgt für die Verpflegung.
Um Kyoto noch einen würdigen Abschluss zu geben, bevor es weiter nach Osaka ging besuchte ich noch den Kinkaku-ji (金閣寺)
, den Goldenen Pavillon im Nordosten der Stadt. Der Pavillon ist zwar nur ein Nachbau des 1955 abgebrannten Orginals, wurde aber nicht umsonst von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.
Nachdem ich mein Gepäck im Hostel wieder angeholt hatte ging es mit dem Zug nach Osaka. Leider war nur noch im Nagai Youth Hostel
ein Bett frei. Dieses liegt leider etwas außerhalb und ist im Sportstaion untergebracht. Das nächste Mal würde ich es nicht wieder buchen. Da es schon recht spät geworden ist habe ich mir nur noch was zum Essen geholt und bin dann zeitig ins Bett, denn morgen wollte ich Osaka erkunden und das viele Laufen in Kyoto steckte mir noch in den Füßen.
08.11.2007 Osaka (大阪市)
Heute folgte ich im wesentlichen der einen Seite in Reiseführer, die etwas Informationen über Osaka hergab. Leider habe ich beim Kauf übersehen, dass der Reiseführer so gut wie ausschließlich über Kyoto ist. Mit der U-Bahn
ging es in den Norden der Stadt zum Hauptbahnhof Osaka-Umeda und Shin-Osaka, die zusammen ein unübersichtliches Labyrinth aus Shopping-Passagen und Bahnsteigen bilden.
Nachdem ich nach einigem Suchen die Touristeninformation gefunden habe und mit einer Karte der Umgebung ausgerüstet war hab ich auf dem Weg zum Umeda Sky Building (梅田スカイビル)
noch dem ein oderen anderen Touristen Tipps zum schnelleren Auffinden der Touristeninformation gegeben. (Es ist der kleine Container vor dem Bahnhofseingang) Vom 41. Stockwerk des futuristisch wirkenden Gebäudes hat man einen tollen Ausblick über die Stadt vom Floating Garden Observatory
. Was daran aber schweben soll erschloss sich mir nicht aber der Weg zu der Dachterasse war beeindruckend. Eine Panoramarolltreppe führte von einem Turm zum anderen in schwindelerregender Höhe.
Am Fluss entlang ging es entlang diverser Konzernzentralen zur Nakano-shima, einer schmalen Insel im Fluss an dessen Ende man sich in einer anderen Welt fühlte. Der massive Ziegelbau der Osaka Central Public Hall
hatte nicht viel mit Japan gemein, war aber schön azuschauen.
Dem Fluss weiter folgend kam ich zu einem großen Park, in dessen Mitte sich die Burg Osaka-jo (大阪城)
befand. Obwohl die Burg eine Rekonstruktion aus Stahlbeton ist und im Inneren ein Museum ist, lohnt sich der Aufstieg, denn von der oberen Etage hatte man einen tollen Blick über die Stadt. Der Park und das Museum war voller japanischer Schulklassen, scheinbar war heute der Tag des Klassenausfluges. Man konnte beobachten wie bereits früh die Neigung der Japaner zum Reisen in der Gruppe gefördert wurde.
Weiter Richtung Süden ging es durch unbekanntere Stadtteile in Richtung Amerika-mura (アメリカ村)
, dem Treffpunkt der modisch dem letzten Schrei hinterherlaufenden Jugend von Osaka. Hier konnte man die japanische Interpretation des "American way of life" bestaunen. Wasserstoffblonde Japanerinnen und junge Japaner im 50Cent Outfit auf der Jagd nach der richtigen Levis Jeans in hunderten verschiedener Second-Hand-Läden. Die Läden waren aber weder qualitätiv novh preislich Second-Hand. Wer wissen will was in Japan gerade angesagt ist, darf an diesem Viertel nicht vorbeigehen.
Da es schon langsam dunkel wurde beendete ich die Runde in Dotonbori (道頓堀)
, dem Vergnügungsviertel von Osaka. Da die Einwohner von Osaka besonders gerne Essen bestand das Viertel vor allem aus diversen Restaurants.
Vor der Heimfahrt habe ich mir dann noch eine frische Box mit Sushi mitgenommen. Einfach traumhaft.
09.11.2007 Osaka (大阪市) - Christchurch
Mein Flug sollte erst am späten Nachmittag in Richtung Neuseeland gehen. Da ich gestern bereits alle im Reiseführer beschriebenen Sehenswürdigkeiten abgeklappert hatte, wollte ich heute noch ein wenig durch die Stadt streifen. Um später nicht wieder den ganzen Weg zum Hostel zurückfahren zu müssen, deponierte ich meinen Koffer an der Japan Rail Station Namba in einem Schließfach. Schließfächer gibt es an jeder Station im Überfluss. Gänging sind dabei drei verschiedene Größen wobei die mittlere Größe für einen kleinen Koffer völlig ausreichend ist. Zum Glück hatte ich genug 100 Yen Münzen dabei um das Fach mit vier dieser Münzen zu füttern. Anschließend ging es in Schlangenlinien rund um die Station Shinsaibashi durch alle möglichen Gassen und Einkaufspassagen.
Bevor es zum Flughafen gehen sollte hier einmal noch zwei Beispiele wie einfach die Orientierung auch für die Ausländer ist, der des Japanischen nicht mächtig ist:
Bevor es mit dem Zug in Richtung Flughafen ging konnte ich auf dem Bahnsteig doch tatsächlich noch meine neuen Japanischkenntnisse ausprobieren.
Da ich leider etwas zu früh am Flughafen war hatte der Check-In für meinen Flug noch nicht geöffnet. Eine lange Schlange wartete daher bereits und als die ersten Damen von Air Newzealand auftauchten begannen die ersten bereits in Richtung Schalter zu drängen, wurden aber freundlich wieder zurückgeschickt. Denn erst mussten die Damen das Protokoll abarbeiten. Zuerst wurde vom Manager eine kleine Rede gehalten, dann wurde sich vor den wartenden Passagieren verbeugt. Anschließend richtete sich jede Dame an ihrem Schalter ein um schließlich syncron die "Geschlossen"-Schilder zu entfernen.
Am Gate sammelten sich dann überwiegend Japaner und kurz darauf ging das Einsteigen bereits los.
NZ98 KIX-CHC Air Newzealand B777-200
Der Flug selbst war ereignislos, aber ich konnte kaum schlafen, denn das Unterhaltungssystem ist fast noch besser als das von Emirates. Auf diesem Flug hatte man etliche Filme in Deutsch zur Auswahl und zu meiner Überraschung konnte man sich sogar "Das Leben der Anderen" anschauen.
10.11.2007 Christchurch - Franz Josef
Das umfangreiche Frühstück gab es nach einer kurzen Nacht bereits bei Sonnenaufgang, denn bereits kurz vor neun Uhr setzte die Maschine überpünktlich in Aotearoa, dem Land der langen weißen Wolke auf. Das Land machte seinem Namen alle Ehre, denn die tiefhängende Wolkendecke und der leichte Nieselregen waren kein schöner Willkommensgruß. Durch die große Anzahl an Japanern an Bord ging das Aussteigen superfix. Hier drängelt halt niemand oder blockiert den Gang unnötigerweise.
Die Einreise am Christchurch Airport
ging ganz schnell und dann hieß es noch auf da Gepäck warten. Da ich im Gegensatz zu vielen die Einreisekarte richtig und vollständig ausgefüllt hatte ging es ganz schnell nach draußen. Man kann sich übrigens hier eine Deutsche Version
(Andere Sprachen
) der Einreisekarte herunterladen. Das kann einem das Ausfüllen etwas erleichtern.
Am Schalter von Hertz war mein Mietwagen schon bereit und nach einem kurzen Fußmarsch zum Parkplatz vor dem Gebäude konnte ich meinen fast neuen Toyota Corolla in Besitz nehmen. Er sollte mich die nächsten Tage einmal rund um die Neuseeländischen Alpen bringen.
Obwohl es immer mehr regnete fuhr ich direkt in Richtung Arthurs Pass
, denn der Wetterbericht prophezeite besseres Wetter auf der Westseite der Alpen. Oben am Arthurs Pass angekommen war es immerhin schon trocken, wenn auch noch sehr nebelverhangen. Am Aussichtspunkt dort wurde ich dann direkt Zeuge wie einer der frechen Kea
, eine einheimische Papageienart, an den Scheibenwischern eines anderen Autos rumknabberte. Nach ein paar obligatorischen Schnappschüßen ging es schon wieder bergab zur Westküste. Bei Hokitika hatte ich auch einmal für wenige Minuten ein tolles Wetter.
Auf dem weiteren Weg nach Franz-Josef wurde es dann immer nebliger und es begann aus Eimern zu regnen. In franz-Josef angekommen checkte ich direkt bei meiner Jugendherberge für diese Nacht ein. Die YHA Franz Josef
ist ein einfaches, aber weitläufiges Holzhaus, das mit seiner Terasse direkt in den Regenwald reicht. Überall stehen Baumfarne und andere unbekannte Gewächse. Der Ort selbst ist sehr "zweckmässig" und besteht neben der Tankstelle und dem Supermarkt nur aus einer handvoll Unterkünften in verschiedenen Preisklassen.
Trotz des Regens wagte ich einen Abstecher zum Franz-Josef-Gletscher
, aber auch hier oben war vor lauter Nebel nichts zu sehen und ich verbrachte den Abend in der Jugendherberge.
11.11.2007 Franz Josef - Wanaka
Heute morgen hatte es zum Glück aufgehört zu regnen und nach einem stärkendem Frühstück ging es zum zweiten Mal in Richtung Franz-Josef-Gletscher
und es war zwar noch bewölkt, aber immerhin konnte man den Gletscher sehen. Den Weg bis zum Fuß des Geltschers machte ich hier aber nicht.
Nach ein paar Kilometern an der Küste eintlang kommt man zu dem Fox-Gletscher
und dem gleichnamigen Ort. Zu Fuß ging es dann bis zur Zunge des Gletschers und obwohl es schon Frühlingswetter war, konnte man die Kälte in der Nähe des riesigen Eisklotzes spüren.
In der Nähe des Fox-Gletscher liegt auh der Lake Matheson. Den See kann man auf einem Pfad
in etwa einer halben Stunde umrunden und manhat immer wieder tolle Ausblicke auf den Mount Cook und den Mount Tasman. Durch den hohen Anteil an Tannin im Wasser aus den umliegenden Bäumen und die windgeschütze Lage spieln sich die umliegenden Berge perfekt im Wasser. Voraussetzung hierfür ist aber blauer Himmel und den hatte ich heute leider nicht.
Weiter ging es die Westküste hinab und über den Haast Pass in Richtung Lake Hawea und Lake Wanaka. Kaum über die Berge wurde ich mit strahlend blauem Himmel begrüßt und ich konnt voller Vorfreude meinem Tagesziel Wanaka entgegenfahren. Nach kurzer Suche im Ort hatte ich auch schon mein Hostel für heute Nacht gefunden, das Wanaka Bakpaka
. Der Ort Wanaka
selbst ist klein und beschaulich und ich bin froh dass ich nicht bis ins quirlige Queenstown gefahren bin. Der Ort hat neben dem großen namensgebenden See auch noch ein paar schöne Berge zu erwandern im Angebot. Eine gute Übersicht bietet diese Karte
.
Den Abend genoß ich der Jugendherberge von deren Wohnzimmer man einen phantastischen Blick auf den Sonnenuntergang über dem See hat.
12.11.2007 Wanaka - Lake Tekapo
Nach einer langen Nacht und viel zu viel Schlaf ging es etwas später weiter in Richtung Aoraki (Mount Cook)
. Auf dem Weg dorthin wurde ich von immer besserem Wetter begrüßt. Eigentlich wollte ich gar nicht bis zum Mount Cook Village fahren, aber wenn man den Berg schonmal ohne wolkenverhangenen Gipfel vor sich hat, da macht man auch einen kleinen Umweg. Das Mount Cook Village ist nicht viel mehr als ein paar Häuser und Unterkünfte. Meim DOC Büro kaufte ich mir eine Karte für einen kleinen Wanderweg zum Tasman-Gletscher. Von Mount Cook Village ging es für mehrere Kilometer eine Schotterpiste zu einem kleinen Parkplatz. Von dort sind es nur noch 20 Minuten bis zum Gletschersee.
Dann ging es den ganzen Weg wieder zurück um in Richtung Lake Pukaki und Lake Tekapo weiterzufahren. Bereits am frühen Nachmittag erreichte ich das YHA Lake Tekapo
welches für diese Nacht meine Unterkunft sein sollte. Auf dem Parkplatz bemerkte ich wie dreckig der Mietwagen durch die Schotterpiste zum Tasman-Gletscher geworden ist. Da wird sich Hertz aber freuen.
Da ich noch soviel Zeit hatte wollte ich noch das Mount John University Observatory
auf einem Berg außerhalb von Lake Tekapo besuchen, war aber schon zu spät dran und es war geschlossen.
Im Ort entdeckte ich in an der Hauptstrasse das Sushi-Restaurant Kohan
. Dort bestellte ich mir erstmal "Salmon Don", welches nicht viel mehr ist als Reis mit Lachs Sashimi. Der Lachs wurde direkt im See gezüchtet und so ein frisches und schmackhaftes Sashimi habe ich selbst in Japan noch nicht gegessen. Schade, dass ich breits nach einer Portion satt war. Ich kann dieses Restaurant jedem Liebhaber von Sushi nur weiterempfehlen.
13.11.2007 Lake Tekapo - Christchurch
Nachdem gestern die Hauptattraktion von Lake Tekapo
mit Touristenbussen überfüllt war, besuchte ich die "Church of the Good Shepherd" und das Denkmal für den Hirtenhund am heutigen Morgen. Nach ein paar kleinen Einküfen im örtlichen Supermarkt ging es dann über die Canterbury Plains mit ihren saftigen grünen Wiesen wieder zurück in Richtung Christchurch.
Um nicht am nächsten Morgen inn aller früh zum Flughafen aufbrechen zu müssen um meinen Mietwagen abzugeben, brachte ich ihn heute bereits zurück. Der Flughafen lag ohnehin auf dem Weg. Das dreckige Auto schön inmitten der frisch gewaschenen Mietwagen geparkt, den Schlüssel abgegeben und dann mit dem Metro Airport Bus
(Karte
) in die Innenstadt von Christchurch
gefahren. Das base Backpackers Christchurch
liegt direkt am Cathedral Sqaure ist ist absolut zentral gelegen. Mein Gepäck deponiert und dann ging es gleich in die Innenstadt. Diese wird dominiert von der Christchurch Cathedral
.
In der Touristeninformation deckte ich mich anschließend mit ein paar Informationen über Christchurch ein und folgte dann den City Centre Walks (Karte
) um bei Anbruch der Dunkelheit wieder beim Hostel zu sein.
14.11.2007 Christchurch - Auckland - Apia
Heute wurde erst einmal ein wenig ausgeschlafen. Mein Bett musste ich erst um 12 Uhr räumen. Somit packte ich in Ruhe meine Sachen zusammen und checkte gegen 10 Uhr im Hostel aus. Leider hatte es über Nacht zu Regnen begonnen. Der perfekte Zeitpunkt Neuseeland zu verlassen, doch noch war ich hier. Leider fand ich die Bushaltestelle für den Flughafen nicht sofort und nach ein wenig umherirren war ich doch ein wenig Nass geworden.
Der Bus brachte mich zum Flughafen von Christchurch. In der Schlange vor dem Checkin konnte ich nochmals ein wenig meine Japanischkenntnisse verwenden, denn ich glaube in Neuseeland gibt es mehr japanische Touristen als Neuseeländer. Mit meinen Bordkarten in der Hand hatte ich noch ein wenig Zeit bis zum Abflug. Ich hatte von dem neben dem Flughafen gelegenen International Antarctic Centre
gelesen, einer Erlebniswelt rund um die Antarktis. Nach dem kurzen Fussweg über die Parkplätze war ich doch ganzschön nass um festzustellen, dass der Eintritt für Neuseeländische Verhältnisse sehr hoch war. Für eine halbe Stunde war mir das zuviel. Somit nutze ich das angeschlossene Cafe für einen "Zwischenbrunch". Beim Rückweg hatte der Regen zum Glück aufgehört. Auf dem Flughafen sind auch die Flugzeuge der US Army stationiert, die die Forschungsstationen in der Antarktis versorgen. Schon lustig auf einem normalen Flughafen große Transportmaschinen mit großen Skikufen zu sehen.
Nach einer kurzen Sicherheitskontrolle (bei Inlandsflügen mit weniger als 50 Sitzplätzen an Bord gibt es gar keine Sicherheitskontrolle) wurde unsere Maschine schon aufgerufen. Kurz darauf hoben wir schon ab und verschwanden sehr schnell in der grauen Wolendecke.
NZ526 CHC-AKL Air Newzealand B737-300
Die Landung in Auckland war kurz und schmerzlos. Nach dem Aussteigen musste ich noch die Ausreisesteuer bezahlen und dann gings schon durch die Passkontrolle zum Abfluggate. Dort hatte sich bereits eine bunte Schar von Samoanern und Neuseeländer mit samoanischen Wurzeln versammelt. Neben mir war nur eine handvoll Nichtpolynesier im Warteraum. Beim herumschauen fiel aber vor allem die große Körperfülle der meißten Samoaner auf und man sah alle Touristen zweifelnd in die Menge blicken. Und jeder hatte sicher die gleichen Gedanken wie ich: "Hoffentlich sitzen nicht diese zwei Männer dort drüben neben mir, oder die da vorne oder die da rechts...." Aber bei der Anzahl der Samoaner schwand die Hoffnung.
Beim Einsteigen hatte ich dann doch Glück und hatte zwei normal gebaute Studentinnen auf Heimaturlaub neben mir. Welch ein Glück. Nachdem alle Plätze im Flieger gefüllt waren ging es auch schon los.
NZ860 AKL-APW Air Newzealand A320
Auf dem Flug erzählten mir noch die Studentinnen wie sehr sie Neuseeland genießen. Dort müssen sie nicht auf die strenge Hierarchie des Dorfes Rücksicht nehmen und können feiern bis zum Umfallen. Nach einer kleiner Stärkung neigte sich der Flug schon wieder dem Ende entgegen.
13.11.2007 Apia
Halt, was ist denn hier los? den 13.11. hatten wir doch schon einmal. Keine Sorge, es hat alles seine Richtigkeit. Wir haben nur mal eben die Datumsgrenze
in Richtung Osten überquert. Dabei wurden die Uhren um 24 Stunden zurückgestellt und wir sind wieder im gestern gelandet. Sowas sollte es auch in Deutschland geben.
Bei der Landung war es bereits Dunkel. Dem abrupten Bremsmanöver des Piloten war es vielleicht besser nicht zu sehen wie kurz die Landebahn ist. Bei Landungen in der Südsee ist es immer wieder interessant wie dunkel es auf der Erde sein kann. Man sieht nichts und zwar überhaupt nichts, bis zu dem Zeitpunkt wo der Flieger aufsetzt.
Nach dem öffnen der Türe strömt schwüle tropische Luft in das Flugzeug und nach den wenigen Metern bis zum Terminal, äh ich meine bis zu dem Pavillon steht man total verschwitzt vor der Einreise. Hier ist man bereits alles in Südseetempo. Man kann einen Reisepass auch langsamer als langsam abstempeln, dafür war es mit Liebe gemacht und an dieses Tempo muss ich mich in den nächsten Tagen noch gewöhnen. Noch schnell Geld getauscht, Koffer geschnappt, dem Quarantäneoffizier erklärt, dass meine Trekkingschuhe meiner Meinung auch als Wanderschuhe gelten und daher ordnungsgemäß deklariert sind. Sah er aber anders, fand das nicht so wichtig und so ging es ohne Kontrolle durch den großen Röntgenapparat raus in die Meute der wartenden Taxifahrer. Vom und zum Flughafen herrscht ein Festpreis von 50 Tala (~25€) nach Apia und nach wenigen Minuten saß ich in einem nagelneuen japanischen Minibus. Die einstündige Fahrt nach Apia war nur durch eine kurze Pinkelpause des Fahrers und eine kurze Tankpause unterbrochen. In der Stadt wollte er mich erst vor einem falschen Hotel absetzten. Beim zweiten Versuch war es ein anderes aber immer noch falsches Hotel. Als ich ihm aber zu verstehen gab dass ich für jedes weitere falsche Hotel 10 Tala vom Fahrpreis abziehe war ich sehr schnell bei meinem gebuchten Hotel. Dort wurde ich auch schon erwartet.
Das Hotel 1848 Princess Tui Inn
bietet Betten zu einem günstigen Preis und liegt direkt am Meer. Für diese eine Nacht hatte ich sogar ein Sechsbettzimmer für mich alleine. Auf der Treppe vor dem Hotel saßen schon einige andere Reisenden mit einem Bierchen. Also schnell ein Bier geholt und dazugesetzt. Welch eine Überraschung, zwei Karlsruher und alle anderen waren auch Deutsche. Das ist ja schlimmer als auf Mallorca. Nach einem Bier war ich aber auch schon müde und ging ins Bett um den Zeitunterschied auszugleichen.
14.11.2007 Apia - Manase
Nach einem tollen Frühstück mit Toast, Marmelade, Mango, Kokosnuß, Bananen und einem Kokosnuss-Bananen-Brei packte ich die wichtigesten Sachen für den Strand in eine kleine Tasche, deponierte den Rest im Gepäckraum des Hotels und machte mich auf in die Stadt zum zentralen Busbahnhof.
Obwohl es recht früh am morgen war herrschte schon Hochbetrieb. Überall Frauen mit ihren Einkäufen, Männer mit Bananenstauden auf der Schulter und in der Mitte etwa 10 buntbemalte Busse aus einer Zeit als ich noch nicht das Licht der Welt erblickt hatte. Schnell hatte ich den richtigen Bus zum Fährhafen gefunden und bei ohrenbeteubender Reaggemusik machte ich es mir im leeren Bus bequem.
Das Busfahren an sich unterliegt in Samoa ganz eigenen Regeln: Der Fahrplan ist Staatsgeheimnis und selbst die Bewohner wissen nicht wann ein Bus fährt. Ein Bus hat kein maximales Fassungsvermögen an Passagieren und Waren. Es ist immer irgendwo ein Plätzchen frei. Eine Fahrt findet erst dann statt wenn der Busfahrer Lust dazu hat und genügend Leute im Bus sitzen. Überkommt den Busfahrer zwischendurch die Müdigkeit, dann wird erst einmal ein Nickerchen gemacht. Nach 14 Uhr ist es so gut wie unmöglich noch weite Strecken zu fahren, denn die Busfahrer werden keine weiteren Fahrten anbieten.
Im Bus selbst herrscht auch eine unsichtbare aber feste Sitz- und Rangordnung. Zu Beginn sitzt jeder auf einer eigenen Bank. Mit jedem neuen Fahrgast wird ganz automatisch umsortiert. Als erstes Frauen neben Frauen, Männer neben Männern. Dann Mädchen auf Frauen, Jungen auf Männern. Auf Touristen sitzt entweder niemand oder ausschließlich Kinder. Frauen sitzen niemals auf Männern. Reicht dies noch nicht aus dann wird eine weitere Ebene darübergesetzt, der Gang gefüllt usw....
So beladen ging es also nun endlich mit dem Bus los in Richtung Fähre. Unterwegs wurden immer neue Fahrgäste eingeladen und nach etwa einer halben Stunde wurde es spannend, denn die ersten waren am Ziel und wollten aussteigen. Auch hier ein fest über die Jahre geprobtes Ritual. Zuerst der Reihe nach alle raus, der Alten Dame noch beim Aussteigen behilflich sein und dann wieder alle rein in den Bus. Die Möglichkeit dabei die Sitzordnung zu optimieren und neu zu ordnen wurde dabei natürlich jedesmal ausgenutzt. Mit einem mäßig gefülltem Bus kamen wir schließlich am Fährhafen an. Ich zahlte beim Aussteigen 4 Tala (~2€) für die Einstündige Fahrt beim Fahrer.
Das Fährticket von Upolo nach Savaii kostet 9 Tala (~4,50€) und ist an einem kleinen Schalter im Fährgebäude erhältlich. Kurz darauf lief die Lady Samoa II der Samoa Shipping Corporation
bereits in den Hafen ein. Das Schiff mit dem Baujahr 1988 war zwar frisch gestrichen, machte aber nicht den neuesten Eindruck. Zwei Sachen aber beruigten mich ein wenig: das Wasser ist warm und im Gegensatz zu den allermeisten Samoanern kann ich schwimmen. Mit Volldampf und einer langen schwarzen Wolke aus dem Schornstein ging es auf die 21 km lange Reise zur Nachbarinsel Savaii.
Trotz des ruhigen Seegangs und kaum sichtbaren Wellen bewegte sich die Lady Samoa II ziemlich auf und ab. Mit ein wenig dösen versuchte ich der Übelkeit Herr zu werden und war überrascht wie schnell die Fahrt zu Ende war. Am Hafen warteten bereits die gleichen bunten Busse wie auf Upolo. Auch hier war der richtige Bus schnell gefunden, der diesemal versuchte seine Konkurrenten mit Technoklängen auszustechen. Die Melodien kamen mir irgendwie bekannt vor. Die stammten so von 1995, waren aber mit einheimischen Texten neu interpretiert worden.
Mit diesem Groove ging es dann für eine Stunde in Richtung Nordwesten der Insel. Unterwegs kreuzte der Bus ein großes pechschwarzes Lavafeld, das vor einigen Jahrzehnten hier die halbe Insel überflutete und nun wie ein schwarzer Mantel auf der Landschaft liegt. Obwohl ich dem Busfahrer nie meine Haltestelle genannt habe stoppte der Bus wie von Geisterhand vor meiner Unterkunft für die nächsten Tage, den Tanu Beach Fales
. Der Empfang war herzlich und schon kurz darauf konnte ich meine Hütte direkt am Strand beziehen. Direkt ist dabei keine Umschreibung eines Deutschen Reisekataloges, sonder war auch so zu verstehen. Mit 5 großen Schritten war ich im Wasser.Die nächste Stunde lag ich nur da und starrte auf das Meer, den Sand, die Palmen und alles drumherum.
Der Rest des Tages bestand aus swimmen, faulenzen, essen, schnorcheln, faulenzen. Um 7 Uhr wurde zum gemeinsamen Abendessen geläutet und aus den verschiedenen Ecken des Geländes fanden sich etwa 15 Leute zusammen. Neben mir waren noch einige andere Neuankömmlinge dabei und bei frischen Fisch und reichlich Bier wurde es ziemlich spät.
15.11.2007 Manase
In der ersten Nacht hatte ich noch ein bischen Schwierigkeiten mit dem Meeresrauschen aber nach kurzer Zeit träumte ich vor mich hin. Da Samoa nahe des Äquators liegt geht hier die Sonne pünktlich um 6 Uhr auf. Nachdem die ersten Sonnenstrahlen in die Hütten hineinschauten wachte ich auf und ging direkt ins badewannenwarme Meer.
Der Plan für den Rest des Tages war sehr übersichtlich: Essen, Baden, Faulenzen, Lesen, Sonnen.
Gegen 6 ging dann die Sonne bereits wieder unter und vor dem Abendessen saß ich noch mit 3 anderen im großen Gemeinschaftsfale zusammen. Wie sollte es anders sein, drei Architekturstudenten aus München. Zum Abendessen gab es heute zur Abwechslung Fleisch, Früchte in allen Variationen und reichlich Bier.
16.11.2007 Manase
Die letzte Nacht konnte ich schon bei dem Meeresrauschen perfekt schlafen und träumte so vor mich hin, bis mich die Sonne pünktlich um kurz nach sechs geweckt hatte. Die ersten Minuten des neuen Tages wurden natürlich mit einem kleinen Ausflug in das kristallklare Wasser begonnen.
Der Rest des Tages war genauso übersichtlich geplant wie gestern und umfasste folgende Tätigkeiten in wechselnder Reihenfolge: Essen, Baden, Lesen, Sonnen, Schnorcheln, Schlafen.
Zum Mittagessen wagten ich mich ein paar Mutigen in die tropische Sonne und wir liefen die 500 Meter ans andere Ende des Dorfes um im Restaurant der Vacation Beach Fales ein paar Sandwiches zu essen. Da heute Freitag war sind von der Großfamilie allerhand Nichten und Neffen und sonstige Kinder auf die Anlage gekommen und überall wurde Volleyball oder Rugby gespielt, Kindern wurde das schwimmen beigebracht und auch zu Abend gab es dadurch eine größere Auswahl and verschiedenen Gerichten.
Abends setzten sich dann alle möglichen Familienmitglieder zu uns und es wurde gelacht bis in den späten Abend.
17.11.2007 Manase - Apia
Heute sollte bereits mein letzter Tag an diesem wunderbaren Strand sein. Nach dem obligatorischen Morgenschwimmen im Meer und dem packen meiner paar Sachen hatte ich mich eigentlich auf einen ruhigen Vormittag am Strand gefreut, denn ich wollte mit dem Bus um 12 Uhr in Richtung Fähre fahren um die 2 Uhr Fähre zu erwischen. Beim Frühstück ergab sich aber spontan eine Mitfahrgelegenheit bei zwei Vietnamesinnen, den die wollten mit ihrem Mietwagen ohnehin zum Markt in der Nähe der Fähre fahren.
Also schnell vonn allen verabschiedet und los ging es in Richtung Fähre. Leider verpasste ich die Fähre um 10 nur um wenige Minuten. Als ich am Fährhafen ankam war sie erst wenige Meter vom Festland entfernt, aber selbst das war schon zu weit weg. In Samoa ist nichts pünktlich, außer der Fähre. Da ich von der nächsten Fähre um zwei Uhr wußte ging ich zurück zum Markt, kaufte etwas zum essen (unter anderem eine Avocado so groß wie eine Zucchini) und machte es mir am Fährhafen gemütlich. Zu meiner Überraschung kan aber schon um 12 die nächste Fähre. Es war zwar nicht die Lady Samoa II
, sondern die Fotu o Samoa II
. Das Schiff, oder ich nenne es mal eher Boot war eine größere Ausgabe eines militärischen Landungsbootes. Egal, lieber mit dem Boot als noch zwei Stunden in dieser Hitze warten. Auf dem Boot hatten nur eine handvoll Autos und ein überladener LKW Platz. Für Passagiere gab es einen klimatisierten Container, allerdings ohne Sitzmöglichkeiten. Ich setzte mich unter der Brücke an das Heck der Maschine. Kurz darauf lief das Boot aus und es ging hinaus auf das offene Meer. Hier war ein nicht zu unterschätzender Wellengang. Für mich als Bayer war das natürlich zu viel des guten und ich hatte die Stunde der Überfahrt mit der Seekrankheit ganz schön zu kämpfen. Am Ende war mir so schlecht dass ich sogar vergessen hab ein Bild des Schiffes zu machen.
Beim Verlassen des Schiffes wurde mir auch klar, warum alle Autos und der LKW mit einer Unmenge von Ketten an Bord festgezurrt worden waren. Mit einem dem gleichen Bus der mich schon vor ein paar Tagen zur Fähre gebracht hatte ging es zurück nach Apia in die Stadt und dort wieder in das Hotel 1848 Princess Tui Inn
.
Mit einigen anderen Gästen ging es Abends in die Pizzeria Italia in der Stadtmitte. Der Laden hat die besten Käse-Knoblauch-Baguettes, die ich jemals außerhalb Europas gegessen habe.
18.11.2007 Apia
Fehlt noch.
Fehlt noch
19.11.2007 Apia - Los Angeles
Fehlt noch
NZ26 APW-LAX Air Newzealand B767-300
Fehlt noch
20.11.2007 Los Angeles
Die Landung in Los Angeles war überpünktlich und zu dieser Tageszeit war zum Glück nicht viel los in dem Terminal. So dauerte die Einreise nur eine knappe halbe Stunde und das obwohl ich als einer der letzten den Flieger verlassen hatte. Auf das Gepäck musste ich nochmals eine gute halbe Stunde warten und dann ging es endlich raus in die Stadt des Filmes. Vom Flughafen ging es mit dem LAX Flyaway Bus
für $4 zur Union Station und von dort mit der Metro nach Hollywood zu meiner Unterkunft für die nächsten Tage, dem USA Hostel Hollywood
.
Da der Walk of Fame direkt um die Ecke des Hostels liegt ging es am Nachmittag auf die Suche nach den Stars. dort liegt auch das Chinese Theater vor dem die amerikanischen Drehbuchautoren gerade im Streik waren und ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen versuchten.
21.11.2007 Los Angeles
Fehlt noch
Fehlt noch
22.11.2007 Los Angeles - Santa Monica - Los Angeles
Fehlt noch
Fehlt noch
23.11.2007 Los Angeles - London
Fehlt noch
NZ2 LAX-LHR Air Newzealand B747-400
Fehlt noch
24.11.2007 London - Frankfurt
Fehlt noch
LH4729 LHR-FRA Lufthansa A320
Fehlt noch